Outdoor-Böden
14.03.2010
Boden-Schätze für den Außenbereich
Der Frühling ist da. Stolze Gartenbesitzer oder die, die es noch werden wollen, machen sich gerade in dieser Zeit besonders viele Gedanken über ihre Außenanlagen. Die Qual der Wahl beginnt.
So mancher Hobbygärtner lässt am liebsten nur Holz in die Nähe seines privaten Greens. Nicht nur als Badesteg, sondern auch rund um den Pool und ganz besonders auf der Terrasse. Roswitha Stempfer von Fairholz gibt dabei zu bedenken: „Wichtig für die Witterungsbeständigkeit des Holzes sind die Holzauswahl und ein konstruktiver Holzschutz. Man kann den Holzboden mit Außenöl behandeln, das Holz wird dadurch wasser- und schmutzabweisender.“ Auch Erich Tausendschön von Leitinger Feel Wood kennt ein paar Tricks: „Der Vorteil bei einer Thermobehandlung ist sicher jener, dass kein Harzaustritt mehr stattfindet und gewisse Hölzer eine sehr schöne Farbe bekommen. Der Nachteil ist, dass die Behandlung nicht so günstig ist und das Holz jegliche Statik verliert. Die Druckimprägnierung funktioniert eigentlich nur bei Kiefer und Fichte gut, sie ist eine volle chemische Behandlung. Eines muss man wissen: Holz wird nach beiden Behandlung ohne Oberflächenschutz trotzdem grau.“
Apropos Grau: Ein Faktum, mit dem man leben lernen muss. „Holz vergraut im Außenbereich, das mindert die Holzqualität nicht, ist nur eine optische Sache. Man kann den Vergrauungsprozess hinauszögern, indem man den Boden regelmäßig mit Außenöl behandelt. Öl hat den Vorteil, dass es nicht schichtbildend ist“, sagt Stempfer. Der Einsatz von Öl ist für Tausendschön ebenfalls das Um und Auf: „Meiner Meinung nach sind Öle für Terrassenflächen die bessere Wahl, da Öle tiefer in das Holz eintreten und somit auch bei mechanischen Beschädigungen einen Schutz bieten. Wenn man kein Öl haben möchte, kann man die Terrasse auch roh lassen, nimmt aber dann in Kauf, dass eine Vergrauung stattfindet.“
Auf die Frage, welche Hölzer sie empfehlen würden, hat jeder seine eigenen Favoriten. Beide bevorzugen jedoch heimische Hölzer. Stempfer empfiehlt: „Hölzer wie Douglasie: Es quillt durch Nässe nur sehr wenig und behält auch beim Trocknen weitgehend ihre Form. Douglasie ist resistent gegen Pilz- und Insektenbefall, daher besonders für alle empfehlenswert, die ganz oder teilweise auf Imprägnierung oder Holzschutzbehandlung verzichten wollen. Oder Thermokiefer, ein heimisches Kiefernholz, das durch thermische Behandlung sehr dimensionsstabil wird, weil das Quell- und Schwindverhalten dadurch sehr reduziert wird.“ Erich Tausendschön denkt ebenfalls umweltbewusst: „Aus ökologischer Sicht kann ich eine heimische Lärche im Nadelholz empfehlen. Kurze Transportwege, Sicherung heimischer Arbeitsplätze, nachhaltige Forstwirtschaft, die sehr genau kontrolliert wird, sind nur einige wenige Gründe, die dafür sprechen. Außerdem empfehle ich die Robinie als eine der härtesten heimischen Holzarten, die sich sogar für den Erdbau bestens eignet. Sie hat die gleiche Dauerhaftigkeitsklasse wie Tropenholz, nicht viele Äste und kein Harz.“ Beide Experten haben auch die richtigen Pflegetipps parat. Grünspan kann man nach einer Winterperiode mit Sodawasser wegbürsten und fest schrubben. So wird unter anderem rutschiger Moosansatz verhindert. Wenn eine Öloberfläche vorhanden ist, kann man diese dann nachpflegen. Grundsätzlich sollte man auf das Reinigen mit einem Druckstrahlreinigungsgerät verzichten.
Stein: Hart auf hart
Andere wiederum mögen es auf ihren Freiflächen wie eingemeißelt und bevorzugen zwar natürliche Materialien, aber keine lebendigen. Thomas Schubert vom Schubert Steinzentrum empfiehlt Kalkstein, Granit und Quarzsandstein und rät dringend von nicht frostbeständigen Steinen ab. Er regt auch an, den Stein zu schützen, denn er weiß, worauf es ankommt: „Auf das Gefälle. Wenn das Wasser stehenbleibt, kann es zu Frostschäden kommen. Eine wichtige Maßnahme ist das Verlegen eines Drainagenmörtels, der wasserführend ist. So können die Platten nicht aufgesprengt werden.“ Und: „Es gibt Imprägnierungen für Stein, die das Eindringen von Schmutz und Flecken verhindern können. Manchmal bleiben die Flecken im Freien sehr lange bestehen, weil sie nicht weggewischt werden. Es können aber auch Verfärbungen von Blättern auftreten, die einige Wochen zu sehen sind. Aber durch sauren Regen, Regen allgemein und Sonnenlicht werden die Flecken mit der Zeit ausgeblichen.“ Angesprochen auf Schiefer, dem gewisse Vorurteile vorauseilen, meint der Steinexperte: „Im Mörtelbett kann man frostsicheren Schiefer einsetzen, aber vor einer Abspaltung ist man nie ganz gefeit. Schiefer ist in jedem Fall etwas Heikleres. Abraten würde ich pauschal nicht, jedoch von einer Verlegung im Kiesbett, weil hier der Frost die Flanke, wo sich die Schichtung befindet, angreifen kann.“ Zum Thema Waschbeton meint er: „Waschbeton ist für mich der Inbegriff des Flusskiesels, den man in den 50er- und 60er-Jahren in Beton gegossen hat. Sie waren zwar sehr lange haltbar, aber mit der Zeit nicht mehr schön. Es ist heute nicht mehr State of the Art, weil es sehr monoton ist, außerdem können Rundkiesel bei Nässe oder Schnee sehr rutschig sein. Auch Schmutz bleibt zwischen den Steinchen hängen. Es gibt heute sehr schöne Betonsorten, die Natursteine interpretieren und wesentlich mehr bieten können.“
Eine Alternative zu Naturstein bietet die fibreC-Glasfaserbetonplatte. Die fibre-Stone-Mehrschichtplatte revolutioniert zunehmend die Gestaltung verschiedener Flächenbefestigungen. Das Gestaltungselement besteht aus einer 13 Milimeter starken Glasfaserbetonplatte, die als hochabriebfester und strapazierfähiger Flächenbelag dient und dauerhaft mit dem Betonsockel verbunden ist. Aufgrund der breiten Farbpalette und Großformatigkeit der Platten ermöglicht fibreStone flexible und vielfältige Gestaltungs- und Einsatzmöglichkeiten. fibreStone als Lösung für die Flächengestaltung bietet die ideale Ergänzung zum Fassadenprogramm fibreC und verstärkt durch die einheitliche Verwendung den Materialfluss. Gleich einer Haut aus Beton verschmelzen Gebäudehülle und Außenanlage zu einem Ganzen.
Fazit: Alle Varianten sind gut, und im Grunde bleibt es eine Frage des Geschmacks, denn jedes der Materialien hat so seine Besonderheiten – in jeder Hinsicht.
Text: Barbara Jahn

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