29.01.2010
Guter Boden für alle Bereiche
Die an einen Fußbodenbelag gestellten Anforderungen sind hoch. Fußböden sollen dauerhaft, strapazierfähig, warm, hygienisch, pflegeleicht, Schmutz abweisend und unanfällig gegenüber Schädlingsbefall sein. Sie sollen sich weiters im Brandfall günstig verhalten und auch Behaglichkeit verbreiten.
Ganz nach persönlichen Vorlieben und Einsatzzweck kann bei Fußböden gewählt werden – generell zwischen glatten und textilen Belägen. Bei Wohnräumen fällt die Entscheidung vor allem auf Teppichböden, trotz eines zunehmenden Trends zu glatten Belägen. Glatte Böden bieten entscheidende Vorteile, da Staub und Schadstoffe durch nasses Wischen ohne Aufwirbelung entsorgt werden.
Textilböden
Zu dieser Kategorie zählen Woll-, Kokos-, Sisal- und vor allem synthetische Fasern (Polyamid, Polyester). Letztere haben durch Einführung kostengünstiger Herstellungstechniken (Tufting-Verfahren) zum Entstehen von Nadelvliesbelägen und Teppichelementen geführt. Damit kann nach ihrem Aufbau zwischen Polteppichen mit einer Trägerschicht und einer textilen Nutzschicht, auf Webmaschinen produzierten Flachteppichen und durch Vernadeln von Fasern hergestellten Nadelvliesbelägen unterschieden werden. Durch einen niedrigen Wärmedurchlasswiderstand ist die Verlegung auf Fußbodenheizungen möglich. Weitere Eigenschaften sind ein guter Trittschall- und Wärmedämmwert, eine hohe Verschleißfestigkeit, eine niedrige Konstruktionshöhe sowie ein relativ günstiges Brandverhalten.
Mit beinahe unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten kann damit ein elegantes Aussehen mit hohem Wohnkomfort erreicht werden. Gesundheitliche Beeinträchtigungen können nach dem heutigen Stand der Wissenschaft weitgehend ausgeschlossen werden. Eine Vielzahl der europäischen Hersteller belegt dies mit dem Gütesiegel „Teppichboden schadstoffgeprüft“, wobei nur Rohstoffe eingesetzt werden, die keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe enthalten.
Die Verlegung erfolgt entweder durch vollflächiges Verkleben mit emissionsarmem (EC1) Klebstoff oder durch Verspannen mit Nagelleisten, wobei letztere Möglichkeit eine deutlich höhere Gebrauchsdauer aufweist. Lediglich Nadelvliesbeläge und Fußbodenheizungen sind bei Anwendung dieser Methode ausgeschlossen und Teppichelemente (Fliesen) werden selbstliegend lose, mit Haftkleber oder selbstklebend verlegt. Die Böden können mit weiteren Ausstattungsmerkmalen wie Antischmutzoption, antibakterielle Eigenschaften und Raumluftverbesserungspotenzial aufgerüstet werden. Speziell für Allergiker werden Böden aus kontrolliertem Material mit Prüfzeichen angeboten.

Tilo-Kork-Fertigparkett Chess
Elastische Beläge gelten als preiswerte, strapazierfähige Böden, welche einfach zu reinigen und in vielen Dessins und Farbstellungen am Markt vertreten sind. Ein gängiger Vertreter ist der PVC-Boden, welcher mit oder ohne Rücken angeboten wird. Die Eigenschaften sind eine weitgehend porenfreie Oberfläche, eine hohe Verschleißfestigkeit und Trittsicherheit. Auch ist eine hohe Beständigkeit gegenüber Haushaltschemikalien gegeben, wobei diese bei aggressiven Materialien empfindlich vom Füllstoffanteil abhängt. Dadurch werden Beläge mit einer PU-Versiegelung angeboten, welche damit die Nutzungsdauer entscheidend erhöhen.
Bei der Rückenvariante wird die Oberschicht mit einer Unterschicht (Jute, Schaumstoff, Kork) kombiniert und dadurch werden verbesserte Eigenschaften (Trittschall, Wärme) erzielt. Eine besondere Variante hierzu sind die Cushioned-Vinyl-Beläge (CV), welche sich mit ihrem mehrschichtigen Aufbau und einer reliefartig strukturierten Oberfläche auszeichnen. Ein mechanisches Recycling zu neuen Belägen ist bis zu achtmal ohne Qualitätseinbußen möglich. Die Böden sind in der Regel schwer entflammbar, wobei beim Verbrennen jedoch giftige Gase freigesetzt werden und damit Metallkonstruktionen angegriffen werden können.
Aus diesem Kontext heraus wurden die PO-Beläge aus Polyolefinen entwickelt. Diese sind den PVC-Belägen ähnlich, jedoch chlor-, weichmacher- und schwermetallfrei, sodass eine Entsorgung im normalen Hausmüll möglich ist. Die Verschleißfestigkeit wie auch die Kratzempfindlichkeit befinden sich jedoch unter jenen von PVC-Belägen.
Die natürliche Variante in dieser Kategorie ist das Linoleum mit seinen Bestandteilen aus Leinöl, Naturharzen, Holz- und Korkmehl, mineralischen Füllstoffen, Farbpigmenten und Jutegewebe, welches zwar nicht recycelt, aber kompostiert werden kann. Auch hier wird zwischen homogenen und Schaum- beziehungsweise Korkmentrücken unterschieden. Die angenehm begehbaren und schwer entflammbaren Böden sind für die Fußbodenheizung geeignet und in verschiedenen Ausführungen wie elektrisch leitend oder als Sporthallenbelag verfügbar. Die Verlegung erfolgt schwimmend, ohne vollflächige Verklebung, wobei die Verfugung mit einem erhitzten Schmelzdraht erfolgt.
Es zählt auch Kork zu dieser Kategorie, welche meist mit einer PVC-Verschleißschicht für einen druckelastischen und verrottungsfreien ein- oder mehrschichtigen verklebten Bodenbelag sorgt. Als Sonderfall hierzu ist das Korkparkett zu nennen, welches durch seinen Aufbau entweder vollflächig schwimmend oder mittels Klickprofilen verlegt wird.

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Holzböden werden traditionell wegen der vielfältigen optischen und physikalischen Eigenschaften wie geringer Wärmeableitung, geringe Trittelastizität und hohe Abriebfestigkeit eingesetzt. Neben Massivholzprodukten wie Dielenböden, Pflaster, Stab-, Mosaik- und Mehrschichtparkett konnten sich auch Furnierböden und Laminat aus Holzwerkstoffen eine große Bedeutung zusichern. Die versiegelte Lackoberfläche wird im Schnitt, je nach Beanspruchung, nach 15 Jahren renovierungsbedürftig. Bei der geölten Variante, welche ein wenig pflegeintensiver als die Lackoberfläche ist, können einzelne Stellen problemlos nachgeölt werden. Die Böden unterliegen der E1-Richtlinie, sind in der Regel Chlorid- und PVC-frei und enthalten keinerlei Holzschutzmittel. Dadurch gelten sie als gesundheitlich absolut unbedenklich und sind recycelfähig.
(Redaktion: Jürgen Fragner, Color)

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