29.01.2010
RAL Design System
Seit 2007 werden die bekannten RAL-Farben durch eine weitere Kollektion begleitet, die unter dem bezeichnenden Begriff RAL Effect vermarktet wird und sich durch eine relativ große Zahl an Metallic-Farbtönen auszeichnet. Es gibt bei RAL Effect eine bestimmte Ordnung der Farbtöne, jedoch keine für ein Farbsystem ausreichende Systematik. Daher beschäftigen wir uns an dieser Stelle ausschließlich mit dem RAL Design System.
Aufbau
Die Basis des RAL Design Systems ist ein international in der Farbmesstechnik verwendeter mathematischer Farbraum. Die Anordnung der Farben erfolgt nach den Kriterien Farbton oder besser Buntton, Helligkeit und Buntheit. Die Messwerte für diese Farbeigenschaften ergeben die siebenstellige Farbnummer, etwa RAL 260 30 35.
Der durch die Farben des RAL Design Systems ausgefüllte Farbraum bildet einen asymmetrischen Farbkörper. Begrenzt wird er nach oben durch ein neutrales Weiß und nach unten durch ein neutrales Schwarz. Auf den dazwischen liegenden Helligkeitsebenen sind die Farben ihrem Buntton nach in einem Farbkreis angeordnet. Ihre Buntheit nimmt vom Mittelpunkt (C = 0) nach außen hin zu. Für das RAL Design System ist typisch, dass jeder Buntton seine maximale Buntheit bei einer bestimmten Helligkeit erreicht.
Um anhand einer RAL-Design-Farbnummer zu erkennen, welche Farbe sich dahinter verbirgt, ist es lediglich erforderlich, sich einige Anhaltspunkte zu merken: Der Buntton verläuft von Rot (000 bzw. 360) über Gelb (090) und Grün (180) nach Blau (270) zurück zu Rot (360 bzw. 000). Die Helligkeit reicht von minimal bei Schwarz (0) bis zum Maximum bei Weiß (100). Die Buntheit ist bei den Grautönen gleich 0 und kann je nach Buntton verschiedene Maximalwerte annehmen.
2007 stellte RAL die überarbeitete Version des RAL Design Systems vor. Aufgrund der niedrigen Nachfrage nach dunklen, ungesättigten Farben wurden aus diesem Bereich 89 Farben aus dem System entfernt. Im Bereich der sehr hellen Farben wurde das System um 26 Farben ergänzt, da diese vor allem bei der Innenraumgestaltung von besonderer Wichtigkeit sind. Das RAL Design System hat seit 2007 damit 1625 Farben.

Farbkörper des RAL Design Systems
Als Arbeitsmittel stehen der Atlas in der Größe DIN A4 – RAL D4 – und ein Farbfächerset – RAL D2 – zur Verfügung. Für Farbzusammenstellungen gibt es jeden RAL-Design-Farbton auch als einzelne Farbbögen in der Größe DIN A4 oder DIN A6.
Der Farbatlas ist Grundvoraussetzung, um mit dem System arbeiten zu können. Nur er bietet den nötigen Überblick über alle 1625 Farbtöne. Das Farbfächerset ist zwar optisch weniger ansprechend, enthält aber bereits eine Vorsortierung nach Helligkeitsstufen. Das ist dann von Vorteil, wenn Farben gleicher Helligkeit miteinander kombiniert werden sollen. Stehen andere Gestaltungskriterien im Vordergrund, ist das gezielte Auffinden bestimmter Farbtöne schwierig.
Die Software RAL C1 Digital ist daher mehr als nur eine Ergänzung der Farbvorlagen. Sie ist ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht, Projekte in RAL zu planen und zu visualisieren. Mit RAL Digital werden alle RAL-Farben direkt in vorhandene Grafik- oder CAD-Programme eingebunden. So kann von Anfang an mit den Farbtönen und den RAL-Bezeichnungen gearbeitet werden, die auch später bei der Realisierung des Projekts für die Ausschreibung benötigt werden. Neben dieser Basisfunktion bietet RAL Digital aber noch weitere nützliche Werkzeuge. „Farbstimmung“ zeigt, wie ausgewählte Farben miteinander wirken, „Farbharmonie“ berechnet zu einer vorgegebenen Farbe weitere harmonische Farbtöne und „Nächste RAL-Farben“ ermittelt die einer beliebigen Farbe ähnlichsten RAL-Farben. Mit dem ebenfalls enthaltenen Programm RAL ColorDesigner können Fotos mit RAL-Farben coloriert werden, um schon vorher zu sehen, wie es hinterher aussieht. RAL ColorDesigner gibt es als Freeware unter
www.dtpstudio.de/downloads/ral/ralcolourdesigner.zip
– so kann die Arbeit mit RAL-Farben sofort beginnen. Aber vor der endgültigen Entscheidung für eine bestimmte Farbe darf der Blick in den Farbfächer nicht vergessen werden!
RAL-Farben gehören zu den bekanntesten standardisierten Farbtönen. Das gilt für die RAL-Design-Farben zwar nur eingeschränkt, aber die Akzeptanz bei Lieferanten ist dennoch hoch, da RAL weltweit als unabhängiger Farbstandard angesehen wird.
(Redaktion: Sylvia Goergen, Color)

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