29.01.2010
Schulprojekt Fassade
Aktuell nutzen rund 30 Lehrlinge an der Landesberufsschule Lilienfeld die Möglichkeit, ihre Ausbildung mit verlängerter Lehrzeit – mit bis zu zwei zusätzlichen Lehrjahren – zu absolvieren oder die Lehre nur mit einer Teilqualifikation abschließen zu können. Die Zahl, so schätzt Pädagoge Gerhard Duhs, wird in den nächsten Jahren alleine in Niederösterreich auf rund 800 Jugendliche ansteigen: „Durch diese Ausgangsvoraussetzung sahen wir im Projektunterricht eine Möglichkeit und Chance, diese Jugendlichen mit Förderbedarf einzubinden und sie mit ihren Fähigkeiten entsprechenden Aufgabenstellungen zu fordern und damit zu fördern.“ Und dafür haben sich die Lehrer in Lilienfeld etwas einfallen lassen:
Fächerübergreifend durften die Lehrlinge die Neugestaltung der Schulhausfassade übernehmen – von der Planung mit ersten Entwürfen über die Ausführung bis hin zu einer abschließenden Präsentation. Damit sollte die Vielfältigkeit des Berufes kennengelernt, das Interesse am Malerhandwerk gesteigert und Lehrlinge mit Förderbedarf eingebunden werden. Am Anfang stand ein Ideenwettbewerb. Die Schüler entwarfen die verschiedensten Gestaltungsvorschläge und präsentierten sie einer Jury mit Lehrerschaft, Schülerkollegen, Wirtschaftskammer und Lehrbetrieben. Alle durften mitstimmen, der punktestärkste Entwurf wurde schließlich in die Realität umgesetzt. Als nächstes wurde die zu beschichtende Fläche ermittelt, um damit die benötigte Farbmenge zu berechnen, es wurden Informationen über die verschiedenen Fassadenfarben eingeholt und schlussendlich wurde das Material beim Farbenhändler bestellt. Danach hatten die Lehrlinge die Fassade auf Schäden zu untersuchen und leiteten daraus die folgerichtigen Arbeitsschritte und -techniken ab. Als letzter Schritt erfolgte die praktische Ausführung des Entwurfes.
Um den Nutzen dieses Projektes auch erfassen zu können, wurde mittels Fragebögen die Meinung von Schülern wie Lehrern evaluiert. Fazit: Die ganzheitliche Projektarbeit förderte das fachliche Interesse und die Motivation der Schüler besonders gut. Die gewählten Arbeitsformen – Kleingruppe mit Arbeitsauftrag – förderte die Selbstständigkeit der Schützlinge und die Zusammenarbeit im Team. 59 Prozent der Schülerteams gaben an, den Arbeitsauftrag selbstständig gelöst zu haben. Etwa 75 Prozent der Schüler wurden auch von ihren Mitschülern bei Mitarbeitskriterien positiv eingeschätzt. Lehrlinge mit Integrationsbedarf fühlten sich bei der Teamarbeit besonders wohl.

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