Oder doch Vorhang?
René Hofmann sieht keine Möglichkeit, den Vorhang zu ersetzen: „Es gibt keine ebenbürtige Alternative, daher ist der klassische Vorhang weiterhin ein gefragtes Deko- und Sichtschutzelement in der Inneneinrichtung.“ Schließlich tut sich gerade im textilen Bereich vieles in Entwicklung und Forschung hervorragender, neuer Materialien: „Vor allem Polyestergewebe finden seit einigen Jahren starke Anwendung, da sie pflegeleicht, feuchtigkeitsunempfindlich und schwer entflammbar sind und über Farbechtheit und gute Schneidbarkeit verfügen. Die vermehrt eingesetzte Nanotechnologie ermöglicht es zudem, Oberflächen mit Zusatzeigenschaften zu versehen, wie hohe Licht- und Wärmereflexion, Wasser- und Fleckenabweisung, UV-Filter oder Raumluftkatalysation.“
Und der Vorhang ist für ihn in erster Linie ein Element, das aus der Innenarchitektur nicht wegzudenken ist: „Ein Vorhang strahlt durch seine Weichheit nicht nur Behaglichkeit aus, sondern ermöglicht eine variable Formgestaltung des Textils am Fenster. Zudem ist die Auswahl an Farben und Dessins aber auch an Materialität größer. Neben den genannten Zusatzeigenschaften hat er auch akustische Einflüsse.“
Günter Urthaler betrachtet Vor- und Nachteile ganz nüchtern: „Charakteristisch für innen liegenden Sonnenschutz sind die zierliche Bauweise, die Möglichkeit der variantenreichen Fenster- und Raumgestaltung dank zahlreicher Dessins und Farben, etwas ungünstigere Wärmereflexion im Sommer, der gute Schutz gegen Kältestrahlung und Zugerscheinung im Winter, der eingeschränkte Blendschutz, Tageslichtregulierung je nach Produkt, die relativ gute Raumschalldämmung, der günstigere Preis und die meist einfachere Montage und Pflege.
Charakteristisch für außen liegenden Sonnenschutz sind die massive und wetterbeständige Bauweise, Möglichkeiten der Fassadengestaltung durch Formen und Farben, der meist sehr gute sommerliche Wärmeschutz, die teilweise ausgezeichnete Lichtregulierung, die zum Teil wirtschaftliche Verbesserung der k-Werte von Fenstern in der Heizperiode und der meist höhere planerische, finanzielle und bauliche Aufwand. Verschmutzung ist naturgemäß höher bei außen liegenden Systemen.“
Und die Zukunft?
In diesem Punkt sind sich alle voneinander unabhängig einig: Sie heißt Energieeffizienz! „Der Sonnenschutz der Zukunft muss unterschiedlichste Funktionen und Bedürfnisse wie Behaglichkeit, Sichtschutz, Blendschutz, Raumklima und Energieeffizienz erfüllen und diese automatisch ausführen“, sagt René Baumann und liegt damit dicht an der Meinung von Martin Troyer: „Außen liegende Systeme, die Energie produzieren, um die Raumtemperatur auf dem gewünschten Niveau zu halten.“
Und Günter Urthaler schließt: „Der Sonnenschutz der Zukunft wird auch weiterhin beziehunsgweise vielleicht sogar noch verstärkt technische Funktionen, ökologische Aspekte und das Wohlbefinden oder die Erhaltung der Gesundheit erfüllen müssen.“
Nun bleibt es schließlich jedem selbst überlassen, wofür er sich entscheiden. So, wie es aussieht, wird mit der Wahl der Trend gesetzt, bei dem man sich am Ende vielleicht gar nicht entscheiden muss.
(Redaktion: Barbara Jahn, Color)
Branchenlinks:
www.creationbaumann.com
www.hella.co.at
www.woundwo.at





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