Achtung Reinigungsmittel
Die Mittel sollen die Haut von Fett oder Öl und daran anhaftendem Schmutz befreien und stellen immer eine Belastung für die Haut dar. Daher ist ein Produkt auszuwählen, das bei ausreichender Wirkung eine schonende Hautreinigung gewährleistet. Die Bestandteile sind waschaktive Substanzen (Tenside), Reibemittel, Lösemittel und rückfettende Substanzen. Um einen Kompromiss zwischen Reinigungskraft und Verträglichkeit zu erreichen, werden verschiedene Systeme angeboten. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Öl-in-Wasser-Emulsionen in Verbindung mit Kunststoffgranulat oder Walnussschalen (Grobhandreiniger), welche Verschmutzungen effektiv und schonend entfernen. Daneben können für einfache Fälle noch Flüssigreiniger oder Reiniger mit Lösemittel für Spezialfälle (Metallstäube) Verwendung finden.
Die in der Praxis noch immer fallweise auftretenden Scheuersande verursachen offene Wunden (Mikrorisse) und stellen damit Eindringpforten für Erkrankungen dar. Äußerst schlecht ist auch die Reinigung mittels giftiger Lösungsmittel (beispielsweise Terpentin, Nitroverdünnung), welche zu einer Hautschädigung führen.
Zum Thema Hauptpflege wurd 2006 durch die AUVA und das AKH Wien mit 1000 Probanden aus der Holz- und Baubranche eine Feldstudie durchgeführt. Das Ergebnis: Die Verwendung von Hautpflege führt zu einer objektiven und subjektiven Verbesserung der Haut. Nickl: „Die effektiv besten Resultate konnten bei der Anwendung von Pflegeprodukten vor dem Schlafengehen erreicht werden. Durch die Ruheposition und die schwächere Transpiration des Körpers werden optimale Bedingungen für die Hautpflege geschaffen.“ Die Pflegepräparate bestehen im Allgemeinen aus einer Emulsion, welche nach Feierabend aufgetragen wird. Dabei sollte auf Zusätze wie Duftstoffe und Konservierungsmittel verzichtet werden, da dadurch meist vorbelastete Personen Allergien entwickeln.
Für idealen Schutz und Pflege werden von der AUVA dreiteilige Flüssigspendersysteme (Schutz/Reinigung/Pflege), fließendes Kalt- & Warmwasser und Einwegspender mit Papier- oder Stoffhandtüchern zum hygienischen Abtrocknen empfohlen. Weniger geeignet sind Heißlufttrockner, da diese die Haut stark austrocknen.
Produkte im Praxistest
color hat die Wiener Berufsschule für Maler und Kunstgewerbe eingeladen, einige Produkte auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. Im Rahmen des Werkstättenunterrichts des dritten Lehrgangs wurde dabei die Wirkung der Schutzmittel bei typischen Malereiprodukten wie Leimfarben, Abtönpasten und Acryllack geprüft. Die silikon- und fettfreien Hautschutzprodukte wurden als Lotion, Creme oder Salbe aufgetragen und schnell von der Haut aufgenommen. Zusätzlich stand noch ein Schutzschaum von Würth zur Verfügung, der durch seine Konsistenz und einen raschen Einzug besonders begeisterte. Zu den einzelnen Produkten sind bestimmte Belastungseignungen vorgegeben, die gleichwertig erfüllt wurden.
Als nächster Schritt wurden verschiedene Farben und Abtönmittel verarbeitet und anschließend erfolgte die Reinigung. Dabei konnten keinerlei Unterschiede zwischen den Produkten festgestellt werden, wobei sich das Prozedere bei allen rasch und einfach gestaltete. Lediglich die verschiedenen Anwendungsvorschriften (angefeuchtete oder trockene Hände) sorgten bei der Vielzahl der Produkte für anfängliche Verwirrung. Bei der Reinigung von Acryllack und bereits im Vorfeld verschmutzter Hände ohne Hautschutz überraschte das Produkt Rosso von Krpec, das die Reinigung innerhalb kürzester Zeit gemeistert hat. Neben dem positiven Nebeneffekt der Bio-Bestandteile wurde das Gel als gut duftend sowie hautfreundlich vermerkt. Ein wenig länger, mit intensiverer Reibung und zitruslastiger Duftnote, brauchten Pevalin, die beiden Slig-Produkte und Skin Clean Super. Die Anwendung des Skin Fresh Gels, das lediglich für leichte bis mittlere Verschmutzungen geeignet ist, wurde bei Acryllack erfolglos abgebrochen.
Durch die Bank als geeignet erwiesen sich auch alle Hautpflegeprodukte. Sie konnten den Testpersonen ein gutes Gefühl vermitteln und wurden als hautfreundlich beurteilt. Bei keinem Produkt konnte ein Spannen der Haut nach der Anwendung bei den Testpersonen festgestellt werden.
Das Fazit von Schulleiter Franz Gmeiner: „Der Hautschutz steht und fällt mit der sorgfältigen Anwendung. Die Sinnhaftigkeit und Vorteile liegen klar auf der Hand.“ Abschließend lobte Fachlehrer Leopold Berger: „Die Produktanwendungskennzeichnung für Schutz/Reinigung/Pflege erfolgt bei den meisten Produkten mit Punkten, Farben oder Ziffern. Damit ist eine Verwechslungsgefahr bei der Anwendung gegen null. In der Praxis sind Klappverschlüsse gegenüber der Drehvariante auf jeden Fall vorzuziehen.“
(Redaktion: Jürgen Fragner, Color)





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