31.07.2008
Mein Erfolgsgeheimnis: Perfektionismus!
Wettbewerb“ 2007/2008. Der Maler in zweiter Generation plädiert für
mehr Mut in der Kundenberatung. Wir haben Ihn getroffen.
color: Herr Lemmel, eine direkte Frage vorweg: Haben Sie erwartet, mit diesem Objekt zu gewinnen?
Grundsätzlich schon. Gehofft habe ich es zumindest. Der Bauherr ließ mir völlig freie Hand. Ich konnte jedes Detail genau so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Außerdem haben mein Vater und mein Bruder mitgewirkt. Wir sind alle Perfektionisten, dementsprechend zufrieden war ich dann auch mit dem Ergebnis. Auch die Resonanz der Einwohner von Altdorf war großartig. Als ich dann in der Applica vom „Wir helfen den Fassaden! Der Wettbewerb“ 2007/2008 las, war mir sofort klar, mit welchem Objekt ich mich bewerben würde.
color: Sie haben das Gestaltungskonzept also komplett selbst erarbeitet?
Weitestgehend. Es war auch noch eine junge Farbgestalterin beteiligt. Wir hatten öfters mal kleinere professionelle Differenzen über Farbnuancen, doch im Endeffekt konnte ich Sie mit meiner Erfahrung und einer guten Portion Überzeugungskraft für meine Ideen gewinnen.
color: Seit wann setzen Sie Siliconharzfarben ein?
Seit Beginn meiner Selbständigkeit vor ca. 5 ½ Jahren. Ich war schon immer sehr offen für neue Dinge. Die vielen Vorteile von hochwertigen Siliconharzfarben haben mich schnell überzeugt. Da ich meinen Kunden die beste Qualität bieten möchte, gebe ich in den meisten Angeboten Siliconharzfarbsysteme als erste Wahl an.
color: Ihre Einsendung ist ein Vorbild für viele Maler, denn Sie haben aktiv zum Thema Farbe beraten. Sollen sich Maler wieder stärker in die Konzeption einbringen?
Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen? Natürlich hängt die Fähigkeit einen Kunden zu beraten auch von Erfahrung und Fachwissen ab. Aber generell bin ich der Meinung, dass Malermeister viel mehr Mut am Kunden beweisen müssten. Architekten wollen uns meist vorgeben, welche Farbe wir verwenden sollen. Dabei absolvieren Architekten in der Regel höchstens eine zwei- bis dreiwöchige Farbausbildung. Wir Maler haben das Fachwissen über die verschiedenen Farbsysteme. Außerdem haben wir uns über viele Jahre im Beruf auch ein Bild davon gemacht, was farbtechnisch geht, und was nicht. Wichtig bleibt, dass man eine starke Meinung vertritt.
color: Haben Sie durch die Teilnahme am Wettbewerb etwas Neues gelernt?
Ja, denn das Objekt, mit dem ich nun gewonnen habe, war mein erstes größeres, selbständiges Projekt. Zunächst habe ich mir Sorgen gemacht, wie das alles bewältigt werden soll. Doch man wächst an seinen Aufgaben. Ich habe meine Grenzen ausgetestet und weiß heute, dass ich mich auch um größere Ausschreibungen bewerben kann.
color: Sie mussten der Bewerbung ein Vorher- und ein Nachher-Foto des Objekts beilegen. Dokumentieren Sie Ihre Arbeiten immer auf diese Weise?
Ja, das tue ich in der Tat. Ich habe gelernt, dass viele Kunden sehr unsicher sind bei Farbentscheidungen. Daher halte ich es für eine gute Idee, die Beratung durch eigene Referenzbilder zu untermauern. Generell haben Kunden wenig Erfahrung mit Fassadengestaltung und können sich ein Ergebnis daher auch nur schwer vorstellen. Wenn ich also einen Vorschlag mache und merke, dass der Kunde zweifelt, kann ich Ihm durch ein Beispielbild zeigen, wie so etwas aussehen könnte. Ich kann nur betonen: wir Maler sind die Experten, dieses Wissen sollten wir so gut wie möglich mit unseren Kunden teilen. Dann können auch beide Seiten davon profitieren.
color: Erwarten Sie, dass sich die Teilnahme an dem Wettbewerb positiv auf Ihr Geschäft auswirken wird?
Ja, das ist doch eine klasse Referenz! Für die nächste Ausschreibung, werde ich den Sieg bei „Wir helfen den Fassaden! Der Wettbewerb“ auf jeden Fall mit in die Bewerbung einfließen lassen. Das ist schließlich ein internationaler Wettbewerb. Wir konnten uns gegen Bewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsetzen. Das spricht für unsere Arbeit.
color: Der Wettbewerb berücksichtigt nur Objekte, die mit Siliconharzfarben gestrichen wurden. In welchen Fällen entscheiden Sie sich für Siliconharzfarben?
Eigentlich fast immer. Aber insbesondere dann, wenn ich es mit Mischuntergründen zu tun habe. Ein guter Indikator ist auch, wie stark ein Haus der Witterung oder dem Verkehr ausgesetzt ist. Auch Siliconharzputz, den ich extra mit einer Bürste auftrage, verwende ich oft. Die Bindung ist nicht zu toppen, und wenn eine Fassade ordentlich grundiert ist, wirken auch die Farben viel gleichmäßiger.
color: Derzeit denkt man bei „Wir helfen den Fassaden!“ über eine dritte Auflage des Wettbewerbs nach. Welche Tipps können Sie zukünftigen Bewerbern geben?
Mut zur Sache! Viele Maler sind schlichtweg zufrieden, solange das Tagesgeschäft einigermaßen läuft. Aber mit ein bisschen mehr Motivation lassen sich tolle Projekte verwirklichen. Das stärkt das Selbstbewusstsein und auch die Lust an der Arbeit. Sich nicht immer das fertige Konzept vorlegen lassen und nur ausführen, sondern aktiv beraten und die eigene Meinung stark vor dem Kunden vertreten. Das wünsche ich mir, auch in meiner Eigenschaft als frisch gekürter Präsident des Malermeisterverbandes Uri.
color: Werden Sie beim nächsten Wettbewerb von „Wir helfen den Fassaden!“ auch wieder dabei sein?
Natürlich! Ich hoffe, dass ich bis dahin wieder ein Objekt finde, von dem ich mir einen Sieg erhoffen kann. Vielleicht habe ich bis dahin auch ein paar mehr Angestellte, dann wäre die Motivation den Hauptpreis zu gewinnen wieder ähnlich hoch wie dieses Mal.

COLOR
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