31.07.2008
Nachhaltige Werterhaltung
Walter Ruck zeigte sich anlässlich der feierlichen Preisübergabe sichtlich beeindruckt von den Leistungen der Wiener Baumeister wie auch deren hoher Kompetenz, die Zusammenarbeit mit den Architekten und Denkmalschutzbehörden betreffend. Denn alle drei ausgezeichneten Projekte – das Siegerprojekt Am Hof, ausgeführt von Baumeister Hans-Herbert Grüner wie auch die beiden zweiten Plätze – hatten eine Herausforderung gemeinsam: die behutsame Sanierung, Wiederherstellung der alten Gestaltung und intensive Auseinandersetzung mit den zum Teil strengen Auflagen durch den Denkmalschutz.
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig drückte seine Wertschätzung gegenüber den Baumeisterleistungen aus, indem er persönlich die Auszeichnungen überreichte. Als Wohnbaustadtrat betonte er die Priorität der Erhaltung historischer Bausbustanz. Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, kam ebenso ,um zu gratulieren. Für sie steht vor allem die Leistung der Klein- und Mittelunternehmen der Wiener Bauwirtschaft im Vordergrund, welche die Realisierung von solchen Projekten erst ermöglicht.
Arbeit, die Freude macht
Der strahlende Sieger, Hans-Herbert Grüner, hatte keinen einfachen Auftrag wie auch Architekt Hermann Czech bestätigt: „Doch die Zusammenarbeit lief hervorragend! Vor allem ist es eine echte Freude, für einen Bauherren zu arbeiten, der mit vollem Respekt und Großzügigkeit an das Bauvorhaben herangeht – immerhin stammt die älteste Bauphase des Hauses vermutlich aus dem 13. Jahrhundert“, erklärt Grüner.
Das Ehepaar Karobath erwarb das barocke Miethaus mit Geschosswohnungen. „Das bestehende Gewölbe wurde durch eine Ebene aus Stahlträgern entlastet und verpresst. Die unteren drei Geschosse und der Keller sind räumlich neu verbunden, um der Nutzung des ehemaligen Geschosswohnhauses für die Familie entgegenzukommen“, erklärt Grüner.
Am Nordostende des Platzes Am Hof in der Wiener City blitzt die weiße Fassade des Wohnhauses in Richtung Judenplatz hervor. Mit nur einem Punkt Vorsprung setzte sich die Sanierung des sogenannten Urbanihauses gegen die beiden Gründerzeithäuser in Penzing (Guldengasse 14) sowie der Brigittenau (Streffleurgasse 4) – die ex aequo den zweiten Platz belegten – durch. Insgesamt wurden 15 Projekte eingereicht.
Michaela Trojan, Geschäftsführerin Wohnfonds Wien, berichtet über die schwere Entscheidungsfindung der Jury: „Die Qualität der eingereichten Projekte steigt von Jahr zu Jahr – umso schwieriger wird die Entscheidung für den Besten. Ich bin beeindruckt, mit welcher Sorgfalt und welchem Know-how die Wiener Baumeister ihren wesentlichen Beitrag leisten, die Schätze in unserer Stadt zu erhalten.“
Der Wiener Stadterneuerungspreis wird für Bauprojekte vergeben, die historische Bausubstanz erhalten und Wohnraum an moderne Erfordernisse anpassen.
Siegchancen haben nur solche Projekte, die sich durch ein harmonisches Gesamtkonzept auszeichnen und durch ein gelungenes Miteinander von Alt und Neu, traditionsgebunden und modern überzeugen. „Der Preis drückt die Wertschätzung für die besonderen Leistungen der Baumeister aus.
Er gibt aber auch Impulse für das Stadtbild zwischen technischer Leistung, Ästhetik und sozialem Wohnumfeld“, erklärt Landesinnungsmeister Walter Ruck die Ziele des Preises.
Kompetenz und Qualität
Die gelungenen Sanierungsprojekte verleihen nicht nur historischer Bausubstanz neuen Glanz und sorgen für eine Aufwertung der Wiener Bauten, sie belegen auch die hohe fachliche Kompetenz und Qualität des Wiener Baugewerbes.
Der Stadterneuerungspreis zeichnet seit 25 Jahren Highlights der Altbausanierung aus. „Wir beobachten seit einigen Jahren, dass die Qualitätsdichte der eingereichten Projekte deutlich zugenommen hat“, erklärt Walter Ruck, Landesinnungsmeister Bau Wien.
Der Schwerpunkt der Wiener Stadterneuerung liegt mittlerweile in einer großflächigeren Sanierung von Gebieten, die vordergründig Wohnzwecken dienen.
Grundlage für den Stadterneuerungspreis sind in Wien ausgeführte Bauprojekte, die im Wesentlichen der Erhaltung der Bausubstanz und der Verbesserung der Wohnverhältnisse dienen.
Gerade in Wien ist die Sanierung und Revitalisierung ein wesentliches Standbein des Baugewerbes, deshalb gelten die Auszeichnungen vor allem den verantwortlichen Baumeistern.
Die Faktoren umfassen verschiedene Komponenten, von der Fassade bis zum Dachgeschossausbau.
1985 rief die Wiener Bauinnung den Stadterneuerungspreis ins Leben. Seither wurden 379 Projekte eingereicht. Damit ist der Wiener Stadterneuerungspreis seit einem Vierteljahrhundert eine Erfolgsgeschichte für die Altbausanierung und Ausweis für die die qualitativ hochwertige Arbeit des Wiener Baugewerbes.
In Wien gibt es rund 1.700 aktive Baugewerbsbetriebe. Aufgrund der umfangreichen historischen Bausubstanz der Stadt sind die Wiener Baugewerbsbetriebe auf Sanierung, Erhalt und Umbau städtischer Objekte spezialisiert und für den sorgsamen Umgang mit alter Bausubstanz sensibilisiert.

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