von Karl Urban
26.09.2008
Parkett: unbegrenzte Möglichkeiten
Die Verwendung von Holz als Fußboden ist in Europa seit dem Mittelalter bekannt. Zunächst wurden noch ganze Bohlen nebeneinander aufgelegt, bald darauf (14.-15. Jahrhundert) wurden bereits gehobelte Dielen aus Weichhölzern wie Tanne und Fichte verwendet. Aus diesen Bretterböden ging ab dem 16. Jahrhundert das Parkett in seiner heutigen Form hervor. So wurden Dielen unterschiedlicher Länge eingesetzt und das Holz durch Beizen gefärbt. Auch wurden verschiedenfarbige Felder aus verschiedenen Holzarten zur Dekoration auf die Dielen genagelt. Das kam umso mehr in Mode, als begonnen wurde, tropische Hölzer mit immer neuen Farbschattierungen auf dem Schiffsweg aus fernen Kontinenten einzuführen. Natürlich war dieser Luxus zunächst nur den Monarchen dieser Zeit und wenig später begüterten Patriziern vorbehalten. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte die Parkettkunst schließlich eine vorläufige Blüte und wurde zu einem fixen Bestandteil der Architektur. Prachtvolle Böden, die während der Barockzeit in Schlössern verlegt wurden, sind auch aus heutiger Sicht kaum zu übertreffen. Davon zeugen Intarsienböden und Tafelparkett aus dieser Zeit, welche bevorzugt aus Hölzern wie Nussbaum, Kirsche oder Birnbaum gestaltet wurden und vor reichhaltigen Ornamenten nur strotzen. Aus diesen Parketttafeln entstand auch der Begriff „Parkett“. Mit den durch die französische Revolution ausgelösten Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur wurde das Parkett auch für Bürger salonfähig. So wurde mit weit weniger Prunk in geometrischen Mustern verlegt. Durch die fortschreitende Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden die breiten Dielen schließlich zu handlichen Stäben, die aufgrund der dünneren Stahlnägel auch einfach zu befestigen waren. Etwa zur selben Zeit wurde auch begonnen Parkett durch Kleben auf dem Untergrund zu befestigen. Doch erst 100 Jahre später wurde mit der heute gebräuchlichen Versiegelung durch Lacke begonnen, wodurch sich neue Möglichkeiten im optischen Erscheinungsbild ergaben und die Pflege um ein Vielfaches vereinfacht wurde. Heutzutage erlebt die Beliebtheit von Parkett einen neuen Aufschwung: Holz ist als natürlicher Baustoff begehrter als je zuvor und Experten sehen im Parkett den Fußboden der Zukunft. Und während beim Aufkommen des Laminatbodens dem Parkett bereits die Wachablöse prophezeit wurde, hat dieser sogar zur Stärkung des Parkettmarktes beigetragen. So verzeichnete die FEP (Föderation der Europäischen Parkettindustrie) 2007 ein Absatzsteigerung von 5,49 Mio. Quadratmeter Parkett (= +4,89 %). „Es ist eben nicht alles Holz, was glänzt...“

COLOR
NEWSLETTER
|
BESTELLEN |
RSS-FEEDS
|
Wirtschaftsverlag-News zur Feeds-Übersicht
|
Werbung
B2B-KLEINANZEIGEN
Werbung




Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben




