03.12.2008
Color for Europe!
Am 18. April war es soweit. Zur Fachmesse „Farbe, Ausbau & Fassade“ erfolgte in Köln der Projektstart. Dabei wurden an vier Messetagen 698 Bilder mit dem Publikum gestaltet und, da parallel zur „Farbe, Ausbau & Fassade“ auf dem Messegelände die Kunstmesse „Art Cologne“ lief, fragten viele interessierte Besucher bei der Messeleitung nach, wo denn diese schönen Bilder gemalt werden mit denen die Leute hier überall herumlaufen?
Die Frage war, auch zur Freude der Messeleitung, schnell geklärt und zeigte uns die große Akzeptanz im Publikum.
Seit Beginn von „Color for Europe!“ wurden mit Akteuren aus 62 Staaten über zehntausend Publikumsbilder gemalt und wir erhielten Einladungen von bisher 10 internationalen Messen von denen bereits 6 erfolgreich realisiert sind. Standorte der Publikumsbilder (Im Rahmen von Aktionen geschaffene Bilder der Größen ab 24 x 30cm bis 60 x 80cm) befinden sich weltweit in Kinderzimmern, Firmenbüros, Hotelanlagen, Sammlungen sowie Sportstätten und weiteren.
Das Kunstprojekt selbst wurde dabei stetig ausgebaut und findet in den Projekten: Projekt „13“ und „Maximal-Action-Painting“ eine viel beachtete Erweiterung.
Im nächsten Jahr beginnt das Kunstprojekt „Color for Earth!“, dies gilt als Fortsetzung der am 31.12. 2008 zu Ende gehenden „Color for Europe!“. Stationen in Europa sind natürlich auch für das nächste Jahr vorgesehen. www.giant-paintbrush.de & www.riesenpinsel.de
Im Gespräch mit Ralph Dunkel erfuhren wir einiges vom Ausgangspunkt des Riesenpinsels, wer denselben schon geschwungen hat und vieles mehr.
color: Wie sind Sie auf diese ungewöhnliche Idee gekommen?
Ralph Dunkel: Im Jahr 1997 habe ich im Bundesland Brandenburg ein altes Feuerwehrdepot übernommen und zur Galerie umgestaltet. Schon nach kurzer Zeit konnte ich meinen Besuchern Ausstellungen mit Arbeiten führender Künstler aus Brandenburg, später aus ganz Deutschland und Spanien präsentieren. Der Standort der „Alten Feuerwehr“ befand sich im städtischen Umbauplan und so konnten, nach Beginn der Arbeiten, Besucher und Interessenten nicht mehr in das Gebäude gelangen. Es musste eine Lösung her und – da entwarf ich den Plan für den Riesenpinsel. Am 23.4.1999 wurde er erstmals vorgestellt und diente bis 2001 als Maskottchen für meine Galerie. 2005 entwickelte ich das Kunstprojekt „Farbe für Deutschland!“ und nach erfolgreich absolvierten Tests wurde das Projekt am 18.4.2007 in Köln zur Messe „Farbe, Ausbau und Fassade“ erstmals vorgestellt. Folgeaktionen in Neuss und Mannheim brachten bereits im Mai Anfragen von Veranstaltern aus 6 Staaten und es erfolgte daraufhin die Umbenennung in „Color for Europe!“
color: Wer hat schon mit Ihnen gemalt?
Viele Künstler sowie der Moderator Günther Jauch, Ministerpräsident (MP) von Sachsen a.D. Prof. Georg Milbradt, MP von Brandenburg Matthias Platzeck, König Bansah von Hohoe Ghana aber auch der Sandmann, die WDR Maus und Donald Duck. Hinzu kommen ca. zwanzigtausend Akteure (Kinder, Erwachsene, Schüler, Manager, usw...) aus über 60 Staaten.
color: In welchen Ländern haben Sie schon den Pinsel geschwungen?
In Deutschland, Belgien, Holland und der Schweiz.
color: Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Aktion?
Die Vermittlung von „Freude am Umgang mit Farbe“, die „Entdeckung der eigenen Kreativität (Nach dem Motto: Trau dich!)“ sowie die Vorstellung der Kunstform „Action-Painting“.
color: Werden Sie auch nach Österreich kommen?
Ja gern, wenn es klappt schon im nächsten Jahr.
color: Wovon hängt es ab wo Sie malen, kann man Sie mieten?
Das Kunstprojekt verbietet, trotz seiner Dimension, einen Einsatz im Umfeld von Jahrmärkten. Ansonsten können Aktionen bei Bildungseinrichtungen, Firmen, Galerien, Landesfeiern, Messen sowie zu Jubiläumsveranstaltungen und für Hilfsprojekte nachgefragt und gemietet werden.
color: Wie hat sich Ihr Leben als Aktionskünstler verändert?
Ich habe bereits vor Jahren als Galerist Kunst, gleich welcher Richtung - der breiten Öffentlichkeit vermittelt, dies brachte auch da schon große Aufmerksamkeit. Heute ist es natürlich ausgeprägter, man erhält andere Möglichkeiten und verändert sich natürlich, da man sich ja auch mit anderen Menschen beschäftigt und in anderen Umgebungen tätig ist. Dabei spielt der ständige Kontakt mit den Medien eine große Rolle. Allerdings, wenn man sich als Künstler und Mensch treu bleibt, sind die Veränderungen für das Umfeld an Freunden sowie auch für mich selbst sehr positiv.
color: Gehen Sie noch einem Brotberuf nach oder kann man vom „Action Painting“ leben?
Lassen Sie mich bitte so antworten. Am Anfang des Projektes war es schlecht vorstellbar. Kein potentieller Veranstalter wollte es haben oder auch nur Ansatzweise kennenlernen. Nachfragen bei Institutionen, Bildungsministerien und entsprechenden Stellen für künstlerische Projektförderungen blieben absolut ergebnislos. Aber das war ja auch der Reiz an diesem Projekt und unterscheidet sich doch zugegebenermaßen nicht von Firmengründungen oder vom „sich selbständig machen“ in anderen Branchen. Einzige Hilfe in dieser Situation waren die erfolgreichen Tests in der Vorbereitung, der Glaube an das Projekt und an mich selbst. Heute sind Veranstalter begeistert und gaben seit vergangenem Jahr ca. 350-tausend Euro für die Einrichtung der Aktionsflächen, für Werbung usw. aus, davon war allerdings der geringste Anteil mein Honorar.
Aber die Tatsache von über 10.000 gemalten Bildern, entstehende Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der Bildgestaltung, führen zu vermehrten Bildankäufen und Aufträgen für Aktionen. Diese sorgen für ein entsprechendes Einkommen. Dank auch Ihnen – den Medien. Aus oben genannten Gründen und der Tatsache, dass dieses Projekt zwar am 31.12.2008 beendet wird aber durch das Kunstprojekt „Color for Earth!“ eine Fortsetzung findet, macht heute eine zusätzliche Beschäftigung in einem so genannten Brotberuf nicht mehr möglich. Die Konzentration liegt zunehmend auf dem künstlerischen Bereich des Projektes sodass ab Dezember der Bereich Marketing herausgelöst und extern weitergeführt wird.

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