19.12.2008
Sanierung Zug um Zug
Seit August ist die U-Bahn Station Nußdorfer Straße wieder ein Lichtblick am Wiener Gürtel. Um den historischen Charme und die Jugendstil-Feinheiten zu erhalten, griff man bei der Sanierung auf Produkte zurück, die das antike Flair erhalten und zudem modernsten Sicherheits- und Umweltschutzanforderungen entsprechen. Sie gehören zum Wiener Stadtbild wie der Stephansdom und Schloss Schönbrunn. Vor mehr als 100 Jahren von Otto Wagner gebaut, beeindrucken die denkmalgeschützten Stationsgebäude nicht nur Touristen aus aller Welt. Kein Wunder, zählen die historischen Haltestellen der ehemaligen Stadtbahn - auf deren Strecken nun die U-Bahnlinien U4 und U6 fahren - zu den Prachtbauten des Gürtels. Im Weiß-Grün des Jugendstils gehalten, sind sie das perfekte Gegengewicht zu den modernen Lokalen und Szene-Restaurants, die seit der Revitalisierung der Stadtbahnbögen Ende der 90er junge und jung gebliebene Wiener anlocken.
Alter Charme in neuem Look
So schön die historischen, mit Stuck verzierten Haltestellen sind, der Zahn der Zeit nagt auch an altehrwürdigen Bauten. Aus diesem Grund musste sich - nach der Sanierung anderer Otto-Wagner Haltestellen - nun auch die U-Bahn Station Nußdorfer Straße einer Verjüngungskur unterziehen, wobei natürlich größter Wert auf den Erhalt des überlieferten Erscheinungsbildes gelegt wurde. „Oberste Priorität bei dem Projekt war es, das Kulturerbe zu bewahren“, erklärt Karl-Hubert Siegl von den Wiener Linien. „Aus diesem Grund mussten Produkte verwendet werden, die, nach Absprache mit dem Bundesdenkmalamt und dem Restaurator, den ursprünglichen Materialien nahe kommt.“ So kam vorwiegend der mineralische Kalkputz weber.cal 288 zum Einsatz, da „nach Verprobung das Strukturbild am besten zum Bestand gepasst hat“, so Lorenz Biribauer von Saint-Gobain Weber Terranova. Des Weiteren griff man für die Putzausbesserungsarbeiten auf weber.ren und für den Anstrich auf weber.ton purosol Silikonfarbe zurück, die beide speziell für historische und denkmalgeschützte Gebäude entwickelt wurden. „Wir konnten schon bei den Arbeiten an der Station Währinger Gürtel gute Erfahrungen mit Weber Terranova Produkten machen, weshalb wir uns auch bei diesem Projekt für Materialien des Unternehmens entschieden haben“, begründet Baumeister Ing. Matthias Papsch seine Materialwahl.
Aber auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste, das den Wiener Linien ein erklärtes Anliegen ist, wird durch die Architektur unterstützt. „Neben einer kurzen, möglichst geraden Wegführung sind die Transparenz der Baulichkeit durch viel Glas und eine ausreichende Beleuchtung in den Abend- und Nachtstunden wesentliche Elemente der Planung von Stationen“, so Siegl.
Darauf ist man natürlich auch bei der Sanierung der Station Nußdorfer Straße eingegangen und hat die ursprüngliche Struktur und Architektur mit den großzügigen Fensterfronten beibehalten. Um das optische Erscheinungsbild noch freundlicher zu gestalten, wurde zudem ein modernes Beleuchtungssystem installiert.
Auch die inneren Werte zählen
Da schönes Aussehen alleine ja bekanntlich nicht reicht, standen bei der Planung Themen wie Sicherheit und Barrierefreiheit im Mittelpunkt. Auch hier kamen Weber Terranova Produkte zum Einsatz, da sie „nicht nur lösemittelfrei, antiseptisch und schimmelpilzhemmend, sondern auch brandbeständig sind“, erklärt Biribauer. Besonders die hohe Nichtbrennbarkeit ist bei Bauten, in denen sich große Menschenmengen ansammeln, äußerst wichtig. So wurden schon bei der Planung der Wiener U-Bahn und der Haltestellen auf beste Brandschutzmaßnahmen geachtet. Und da die Wiener Linien größten Wert auf Umweltschutz legen - sie wurden bereits durch das Klimabündnis Österreich für Verdienste im Bereich Klimaschutz ausgezeichnet - mussten die Materialien auch umweltfreundlichen Gesichtspunkten geÂrecht werden. „Wir haben speziell darauf geachtet, den Kunststoffanteil der Materialien so gering wie möglich zu halten und Produkte mit einer langen Lebensdauer anzuwenden, die diversen Umwelteinflüssen Stand halten“, so Siegl. Kein Wunder also, dass man sich für Weber Produkte entschieden hat, wurde das Unternehmen doch 2007 von Ökoprofit für seine ökonomisch wie ökologisch vorbildlichen Maßnahmen ausgezeichnet. Rundum erneuert erstrahlt das Jugendstilbauwerk jetzt wieder in leuchtendem Weiß und dennoch im alten Look. Da hätte mit Sicherheit auch Otto Wagner seine helle Freude.

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