Messenachbericht interzum
23.07.2009
Die Magie des Materials
Die Interzum ist aber auch jener Ort, an dem der Branche alle zwei Jahre zukünftige Trends präsentiert werden. Und dies nun bereits seit mittlerweile 50 Jahren. Der runde Geburtstag unterstreicht die Bedeutung dieser Messe als Impulsgeber für Industrie, Handwerk und Handel. In Köln waren somit von 13. bis 16. Mai auch heuer wieder die neuesten Trends bei Bezugsstoffen, Oberflächen und Hölzern zu sehen.
Rund 47.000 Besucher aus mehr als 130 Ländern, 1.370 Anbieter aus 63 Ländern und eine um 5 Prozent höher ausgebuchte Ausstellungsfläche sind die Ergebnisse der Schlussbilanz dieses Messeklassikers. Auch die hohe Besucherqualität konnte den bedeutenden interÂnationalen Stellenwert dieser ganz GroÂßen unter den Messen für die Möbelzulieferindustrie und den Innenausbau neuerlich untermauern. Ein Jubiläumsjahr, wie man es sich nur wünschen kann. „Gerade vor dem Hintergrund des finanzwirtschaftlichen und konjunkturellen Umfelds hat die Veranstaltung in ihrem Jubiläumsjahr wichtige Impulse für die gesamte Branche und ein klares Signal gegen den momentanen wirtschaftlichen Trend gesetzt“, resümiert Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse, den Erfolg. „Das große Interesse des Fachpublikums aus der ganzen Welt bestätigt die Interzum als international anerkannte Leitmesse und als geeignete Plattform für die Präsentation innovativer Produktneuheiten.“ Gegenstände und Materialien, die unser tägliches Leben begleiten, müssen sich gut anfühlen, denn die Haptik ist nach wie vor eines der wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines Produkts. Die sinnliche Wahrnehmung durch das Ertasten der Dinge, der Stoffe und Formen spiegelt unseren Wunsch nach Echtheit, Sicherheit und besonderen Werten wider. Gutes Design fühlt sich eben auch gut an.
Die aktuellen Materialien und Materialkombinationen präsentieren sich durchaus selbstbewusst und in großer Vielfalt. Sie stehen für eine Welt der Gegensätze und voller Kreativität, unterstreichen aber auch gleichzeitig den Wunsch des Verbrauchers nach mehr Wertigkeit und Qualität. Natürliche Materialien herrschen somit vor, strukturierte Oberflächen sind ebenso in wie ein ungewohnter Mix, so steht natürlich knitterndes Leinen neben hochglänzenden metalligen Oberflächen, großformatige Dessins konkurrieren mit leuchtenden Farben in Uni. Ein besonderer Hingucker waren gläsern wirkende Kanten, Rolladensysteme in Glasoptik oder das „Glas von der Rolle“ – Transparenz stand in jedem Fall auf der Trendliste ganz oben.
Ebenso vielfältig wie die Materialien ist auch die Farbpalette: Weiß und Schwarz sind als alte Klassiker sowieso nicht mehr wegzudenken und setzen auch weiterhin Akzente, wenn es um grafische Linien oder Muster geht. Frische Grüntöne mit zartem Grau inspirieren sich am Nachhaltigkeitsgedanken. Unzählige Schattierungen von Blau sind ebenso zu finden wie Naturtöne von Khaki bis Braun. „Back to the Nature“ scheint überhaupt der dominierende Slogan zu sein, was sich auch in Naturfasern wie Leinen, Filz oder Baumwollstoffen niederschlägt. Aber auch technologische Spitzenleistungen kamen auf der Interzum nicht zu kurz, die ganz nebenbei auch noch die höchsten Designansprüche zufriedenstellen. Auf 2011 darf man also gespannt sein, denn dann öffnet die Interzum erneut ihre Pforten.
(Printausgabe/Christine Müller)

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